Alter Kindergarten
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"Early excellence"

DRK-Kindergarten: "Der Blick auf das Kind ist positiv"

"Early excellence": Neuer pädagogischer Ansatz im Kindergarten


DRK-Vertreterin Agnes Schürkötter (3.v.l.) und Multiplikatorin Marlies Leifken (stehend l.) sowie die Erzieherinnen (v.l.) Elke Heselhaus, Claudia Hanke, Karin Bollmann und Lisa Große Brinkhaus mit Leiterin Gisela Wieskus (stehend r.) werden im DRK-Kindergarten ein neues pädagogisches Konzept einführen.
(Foto: Jana Schäfer)

Nottuln - Es ist ganz neu und doch vertraut: Das Programm "Early Excellence" zur frühkindlichen Förderung und Bildung. Die Leitlinien dieses pädagogischen Konzeptes klingen selbstverständlich, dennoch wird es ein stetiger Entwicklungsprozess für die Erzieherinnen sein, sie im Kindergartenalltag um- und einzusetzen. So auch für das siebenköpfige Team des DRK-Kindergartens in Nottuln. Leiterin Gisela Wieskus erzählt von den Erfahrungen, die sie bei einer Studienfahrt nach Berlin machte, wo das Programm in Deutschland seine Wurzeln hat. "Seit 2001 wird Early Excellence in immer mehr Kindergärten und -tagesstätten eingesetzt, doch selbst die, die von Anfang an dabei sind, entwickeln sich auch heute noch weiter."

Marlies Leifken, Fachberaterin für Kindergärten vom DRK-Kreisverband Coesfeld, sieht darin gute Chancen für die zukünftige Entwicklung der Kinder, aber auch der Eltern und Erzieherinnen. "Es geht nicht darum, den Kindern irgendwelche Übungen vorzusetzen und zu gucken, wo sie Defizite aufweisen." Pädagogen wie auch Eltern seien dazu angehalten, die Stärken der Kinder zu fördern und dadurch eventuelle Schwächen aufzufangen. "Der Blick auf das Kind ist eindeutig positiv", fasst Marlies Leifken zusammen. Dabei stehe ebenso die individuelle Förderung des Kindes im Mittelpunkt, sodass es frei nach seinen jeweiligen Neigungen und Vorlieben spielen und kreativ werden kann.

In England entwickelt: "Early Excellence"

Das Programm des "Early Excellence" kam vor 20 Jahren in England auf. Dort wurde nach der Entdeckung großer Bildungsunterschiede schon bei kleinen Kindern nach Lösungen gesucht. Der Name, der übersetzt etwa "Früh exzellent" bedeutet, ist keineswegs eine Eliteförderung für begabte Kinder. Pädagogischer Ansatz ist: Nicht die Schwächen, sondern die Stärken des Kindes stehen im Mittelpunkt. Jedes Kind wird individuell gefördert. Die Eltern als "Experten ihrer Kinder" sind für eine gute Entwicklung des Kindes unerlässlich und werden als ständige Gesprächspartner eng miteinbezogen. Der Kindergarten öffnet sich nach innen und außen als Bildungsstätte für alle Beteiligten.

In 2001 gründete sich in Berlin der Verein "Early Excellence – Zentrum für Kinder und ihre Familien", der mit dem englischen "Centre for Excellence" in Corby, der Geburtsstadt des Konzeptes, zusammenarbeitet. Erste Projekte um das Programm zu testen, wurden in einigen Kindergärten begonnen. Seit 2004 kümmert sich die Heinz-und-Heide-Dürr-Stiftung um die Verbreitung des pädagogischen Programms.

-js-

Hier kommt dem DRK-Kindergarten sein Offenes Konzept zugute, bei dem alle Erzieherinnen eng zusammenarbeiten. "So hat jedes Kind mehrere Ansprechpartner, beziehungsweise von uns können sich mehrere um ein Kind kümmern, anstatt nur zwei oder drei in einer Gruppe", erklärt Gisela Wieskus. Dazu komme die besonders enge Zusammenarbeit mit den Eltern, den "Experten ihrer Kinder", die bei "Early Excellence" einen großen Stellenwert einnehmen. Denn trotz des im Namen steckenden "exzellent" gehe es keineswegs um Begabten- oder Elite-Förderung. Die Eltern sollen im ständigen Austausch mit den Erzieherinnen die Entwicklung ihres Kindes im Kindergarten gezeigt bekommen, ebenso wie sie den Erzieherinnen von häuslichen Begebenheiten erzählen. Damit erhalten alle einen vollständigen Eindruck des Kindes und können es entsprechend fördern.

Im DRK-Kindergarten wird das Konzept ab dem neuen Kindergartenjahr im August umgesetzt. Marlies Leifken wird dazu mit allen Erzieherinnen immer wieder Schulungen durchführen und Rücksprache halten, um den Einsatz und die Qualität des „Early Excellence“ zu gewährleisten. "Denn die Qualität der frühkindlichen Förderung ist ein weiterer wichtiger Bestandteil des Programms."

Agnes Schürkötter, Trägervertreterin des DRK-Ortsvereins Nottuln, ist sich sicher, dass diese Qualität auch gewährleistet wird. "Das Rote Kreuz steht voll hinter diesem pädagogischen Ansatz und wird den Kindergarten dafür in jeder Hinsicht unterstützen." Besonders wichtig ist den DRK-Vertreterinnen wie auch der Leiterin des Kindergartens, dass sich Außenstehende nicht vom Namen des Programms abschrecken lassen. "Wir machen hier nichts Exotisches", stellt Marlies Leifken klar, "denn viele Elemente des Early Excellence werden bereits erfolgreich in vielen Tagenseinrichtungen für Kinder umgesetzt."

von Jana Schäfer